Aufgaben und Ziele

Die Kinderschutzgruppe der Charité – Universitätsmedizin Berlin

In den vergangenen Jahren haben wir eine Vielzahl von Familien betreut, in denen das Wohl der Kinder in unterschiedlicher Form gefährdet oder beeinträchtigt war. Wir konnten aktiv dazu beitragen, dass die Kinder geschützt und den Familien adäquat geholfen werden konnte. Die konkrete Fallarbeit mit betroffenen und gefährdeten Kindern und Eltern stellt nur einen Aspekt der Arbeit der Kinderschutzgruppe dar. Wir möchten Ihnen hier einen Einblick in unsere Geschichte, unsere Ziele und Aufgaben geben.

Geschichte

Interdisziplinärer Kinderschutz hat in der CharitéUniversitätsmedizin Berlin eine lange Tradition. Die Kinderschutzgruppe in ihrer aktuellen Zusammensetzung und Arbeitsweise besteht seit 2007. Die Koordination übernahm zunächst Frau Dipl.-Psych. Christina Borgmann, die insbesondere die Kooperationsvereinbarungen der Charité im Bereich Kinderschutz initiierte. Von November 2009 bis April 2015 hat Frau Dipl.-Psych. Loretta Ihme als Kinderschutzkoordinatorin unterschiedliche Projekte auf den Weg gebracht. Hierzu gehören zwei Fachtage (2010, 2014), die Ausweitung der Kooperationsvereinbarung sowie die Entwicklung spezifischer Ankerbeispiele als Hilfestellung zur Identifizierung von Kindeswohlgefährdungen bei adipösen Kindern und Jugendlichen. Die Koordination im Kinderschutz wurde im Anschluss von Frau Dipl.-Psych. Ellen Reitnauer übernommen.

Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb der Charité ist es für unsere Arbeit wichtig, mit anderen Einrichtungen, besonders den Jugend- und Gesundheitsämtern, zu kooperieren. Nur so kann ein wirksamer Schutz der Kinder und angemessene Hilfen für die Eltern realisiert werden. Im April 2008 wurde daher eine erste Kooperationsvereinbarung mit dem Jugend- sowie dem Gesundheitsamt Mitte abgeschlossen. 2009 haben auch die Jugend- und Gesundheitsämter der Bezirke Reinickendorf sowie Charlottenburg-Wilmersdorf die – inzwischen überarbeitete – Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Seit dem 21. Juli 2010 gehört auch der Bezirk Steglitz-Zehlendorf zu den Unterzeichnern. Kooperationsvereinbarungen mit weiteren Bezirken sind in Planung.

Ziele

Ziel unserer Arbeit ist es primär, Unterstützungsbedarf in Familien sowie Anzeichen von Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlungen von Kindern zuverlässig zu erkennen und angemessen darauf reagieren zu können. Wir möchten einerseits dazu beitragen, dass Kinder, die bereits Gewalt und Vernachlässigung erleben mussten, in Zukunft wirksam davor geschützt werden. Andererseits wollen wir gefährdete Familien frühzeitig dabei unterstützen, sich Hilfe zu holen. Unsere Arbeit hat somit auch präventiven Charakter – wir wollen, dass Kinderschutzfälle gar nicht erst entstehen. Eine besondere Rolle spielen dabei unsere Öffnet externen Link im aktuellen FensterBabylotsen, die belasteten Familien rund um die Geburt Hilfe und Unterstützung anbieten.

Darüber hinaus möchten wir nicht nur bei unseren Patienten und deren Familien sondern auch bei unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Sensibilität für das Kindeswohl erhöhen und dazu beitragen, dass es nicht zu Grenzüberschreitungen innerhalb unserer Kliniken kommt.

Aufgaben

Um unsere Ziele umsetzen zu können, bedarf es unterschiedlicher Vorgehensweisen. Neben der konkreten Arbeit mit gefährdeten oder betroffenen Kindern und Familien investieren wir in die kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualitätsstandards und regelmäßige Fortbildungen unserer Mitarbeiter.

In den vergangenen Jahren haben wir diverse interne und externe Fortbildungen veranstaltet. Intern konnten wir damit die Handlungssicherheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der CharitéUniversitätsmedizin Berlin erhöhen. Extern tragen wir zu einer verbesserten Kooperation im Bereich Kinderschutz bei.

Im November 2010 veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Gesundheit eine Fachtagung zum Thema „Kindeswohlgefährdung – Erkennen und Handeln im Rahmen interdisziplinärer Kooperation“. Wir freuen uns, damit ein Forum geschaffen zu haben, in dem Berliner Fachkräfte vertiefend ins Gespräch kommen konnten.

Im April 2014 veranstalteten wir einen Fachtag mit dem Titel "Braucht Adipositas Kinderschutz?". Hier wurde diskutiert, inwiefern die Frage möglicher Kindeswohlegefährdung in der Arbeit mit adipösen Kindern und Jugendlichen eine Rolle spielt und wie die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitssystem optimiert werden kann.

Darüber hinaus werben wir um die Unterstützung externer Partner und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit außerklinischen Institutionen (Netzwerkbildung). Dabei engagieren wir uns in einer Reihe von regionalen und überregionalen Gremien und Arbeitsgemeinschaften.

Wie Sie uns unterstützen können

Für Supervision, Fortbildungen und einzelne Projekte sind wir auf Spenden angewiesen. Sollten Sie uns finanziell unterstützen wollen freuen wir uns über eine Spende auf unser Konto:

Kontoinhaber: CharitéUniversitätsmedizin Berlin

Verwendungszweck:  Innenauftrag 61500508 „Spende Kinderschutzgruppe“

Deutsche Bank Berlin

Konto: 59 29 79 900

BLZ: 100 700 00

IBAN: DE68100700000592979900

BIC: DEUTDEBBXXX