Lehre und Forschung im Bereich Kinderschutz

Ein Trauma, z.B. eine körperliche Gewalterfahrung, führt bei manchen Opfern zu Folgeerkrankungen, wie einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Depressionen. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob die körperliche und mentale Entwicklung langfristig, sogar über mehrere Generationen, beeinflusst wird.

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Lehre

Mit der Entwicklung des Modellstudiengangs konnten umfangreiche Inhalte des Medizinischen Kinderschutzes gut implementiert werden.

Folgende Pflichtveranstaltungen durchlaufen alle Medizinstudierenden: Im 2. Semester finden zwei Vorlesungen (jeweils 90 min.) zu Armut und Kindergesundheit sowie zu schädigenden Einflüssen in der frühkindlichen Einwicklung statt. Im weiteren Studium schließen sich Seminare (jeweils 90 min.) zu Sexueller Traumatisierung im 5. Semester sowie zu körperlicher Misshandlung und Vernachlässigung im 9. Semester an.

An Wahlpflichtveranstaltungen ist eine Veranstaltung zum Medizinischen Kinderschutz mit Praxisbezug und Hospitationen in Kinderschutzeinrichtungen über drei Wochenenden vorgesehen. Zudem gibt es eine weitere Veranstaltung über drei Wochen zu Umgang mit traumatisierten Patienten zu Diagnostik und Versorgung statt. 

Traumaforschung – ein Schwerpunkt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ein Trauma, z.B. eine körperliche Gewalterfahrung, führt bei manchen Opfern zu Folgeerkrankungen, wie einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Depressionen. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob die körperliche und mentale Entwicklung langfristig, sogar über mehrere Generationen, beeinflusst wird.

Der Schwerpunkt ihrer Forschung und klinischen Arbeit liegt in der frühzeitigen Identifizierung, kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik und traumafokussierten Behandlung von Kinder und Jugendlichen mit Gewalterfahrung (körperliche, emotionale und sexuelle Gewalt) und/oder Vernachlässigung, dabei werden die komplexen Mechanismen der transgenerationalen Übertragung von Gewalt besonders berücksichtigt. Hierbei hat sie sich auf das hochvulnerable Zeitfenster der frühen Kindheit spezialisiert, da bei Gewalterfahrung in diesem Alter die klinischen Konsequenzen für die gesamte Lebensspanne am weitreichendsten sind.