Kinderschutzgruppe Charité: Das Bild zeigt Ärztinnen und Ärzte, die in einer Reihe sitzen.

Für Fachkräfte

Die Kinderschutzgruppe der Charité – Universitätsmedizin Berlin stellt auf dieser Seite Informationen bereit für Fachkräfte aus den Bereichen:

  • Pädiatrie
  • Pflege
  • Sozialarbeit

Sie befinden sich hier:

Schwerpunkt Kinderschutzambulanz

Die Kinderschutzambulanz ist Teil der Kinderschutzgruppe.

In der Ambulanz können Kinder und Jugendliche, bei denen der Verdacht auf

  • körperliche oder emotionale Misshandlung,
  • körperliche oder emotionale Vernachlässigung oder
  • sexuellen Missbrauch besteht,

niedrigschwellig mit Einverständnis der Eltern vorgestellt werden.

Dazu zählen auch latente Fälle aus dem sogenannten Graubereich.

Telefonische Erreichbarkeit täglich von 09:00 bis 14:00 Uhr:

+49 30 450 566 888

Aufgaben der Kinderschutzambulanz

In der Kinderschutzambulanz werden Kinder körperlich untersucht. Im Falle eines notwendigen Konsils durch weitere Fachrichtungen wie Kinderchirurgie, Pädiatrie und Radiologie kann zusätzliche medizinische Diagnostik im Hause durchgeführt werden. Konsiliarisch kann auch die Rechtsmedizin hinzugezogen werden.

Nach Abschluss der Diagnostik wird ein Befundbericht zugestellt.

Zudem wird eine Diagnostik psychischer Symptome durchgeführt und ebenfalls ein Befundbericht hinsichtlich des Behandlungsbedarfs erstellt.

Zusammenfassung der Aufgaben:

  • somatische Diagnostik
  • Diagnostik psychischer Symptome und gegebenfalls Empfehlungen
  • Elterngespräche
  • Verfassen von Befundberichten
  • enge Kooperation mit der Jugendhilfe
  • Diagnostik durch ein interdisziplinäres Team

Für die nicht-suggestive Erstbefragung bei sexuellem Missbrauch setzt sich das interdisziplinäre Team zusammen aus:

  • einer Ärztin,
  • einer Kinderkrankenschwester,
  • einer Sozialpädagogin beziehungsweise Kinderschutzfachkraft und
  • einer Psychologin.

In Zusammenarbeit mit:

  • Kinderärztinnen und Kinderärzten inklusive Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamts
  • Familien und ihren Angehörigen

Weiterführende Informationen, Dokumente und Links

Arbeitsunterlagen der Charité

Zentral für die Arbeit im Bereich Kinderschutz sind die Handlungsleitlinien der Kinderschutzgruppe der Charité. Sie sollen Ärzten, Pflegepersonal, Sozialarbeitern und Psychologen helfen, bei Auftreten eines Kinderschutzfalles gleichzeitig zügig, besonnen und angemessen zu reagieren.

In der Kooperation mit anderen Einrichtungen ist es immer wieder hilfreich, die gleichen Instrumente zu nutzen. Insbesondere der Berliner Kinderschutzbogen sowie der Berlin-einheitliche Erfassungsbogen helfen der Kinderschutzgruppe, den Informationsfluss reibungsarm zu gestalten. Diese und andere Arbeitsinstrumente finden Sie bei den Berliner Jugendämtern.

Leitlinien und Artikel

Fachgesellschaften im Bereich Kinderschutz und verwandte Bereiche

  • APSAC – American Professional Society on the Abuse of Children: US-amerikanische interdisziplinäre Kinderschutzdachorganisation
  • BASPCAN – British Association for the Study and Prevention of Child Abuse and Neglect: britische interdisziplinäre Kinderschutzdachorganisation
  • DGfPI – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V.: deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für alle Fachleute, die sich mit körperlicher und seelischer Misshandlung, sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern beschäftigen
  • DGRM – Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin e.V.
  • ISPCAN – International Society for Prevention of Child Abuse and Neglect: interdisziplinäre Kinderschutz-Weltorganisation

Internationale Links

Wissenswertes

Tagungsdokumentationen

Wenn Sie mehr über die Arbeit der Kinderschutzgruppe der Charité oder zum Thema Kinderschutz erfahren wollen, so finden Sie im Folgenden zwei Tagungsdokumentationen:

Im November 2010 veranstaltete die Kinderschutzgruppe in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Gesundheit eine Fachtagung zum Thema "Kindeswohlgefährdung – Erkennen und Handeln im Rahmen interdisziplinärer Kooperation". Damit wurde ein Forum geschaffen, in dem Berliner Fachkräfte vertiefend ins Gespräch kommen konnten.

2014 veranstaltete die Kinderschutzgruppe einen Fachtag mit dem Titel "Braucht Adipositas Kinderschutz?". Hier wurden zwei Schwerpunktfragen diskutiert:

  1. Inwiefern spielt eine mögliche Kindeswohlgefährdung in der Arbeit mit adipösen Kindern und Jugendlichen eine Rolle?
  2. Wie kann die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitssystem optimiert werden?

Literatur

"Gefährdete Kindheit. Risiken früh erkennen, Ressourcen früh fördern"

Herausgeber: Christoph Leyendecker
46 Einzelbeträge der Autorinnen und Autoren
27 Abbildungen
16 Tabellen

Verlag: Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 2010
Seiten: 423
Preis: 32,00 Euro
ISBN: 978-3-17-020954-1

Wie Sie uns unterstützen können

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BIC: DEUTDEBBXXX

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